SlowBier auf dem Salone del Gusto

Seit dem Jahr 2000 werden wir eingeladen "Oberfränkisches Genußhandwerk" zu präsentieren.

Angefangen haben wir mit unserer oberfränkischen Götterspeise: Schlachtschüssel und Bier.

Für internationales Publikum. Alle buchen im voraus. Sitzen an kleinen weißen Tischen, haben ein Headset für die Übersetzung auf. Wir haben in einem KüchenContainer höchstens zwei Stunden für die Zubereitung. Würste werden über die Schweiz nächtens eingeschmuggelt. Fleisch gegart, Klöße gedreht. Karl-Heinz Zeitler behält die Ruhe im nicht vorhandenen, aber befürchteten Chaos. Alles war an seinem Platz. Nach uns pulverisiert ein berühmter spanischer Koch im Container. Findet unsere Brühen. Ist nicht zu halten. Kann er aber nicht atomisieren. Nur probieren.

Ja das Bier der Kommunbräu. Hans-Jürgen Päsler und sein Braumeister sind relaxed. Ein Engländer will zum Schluß " Ein Prosit der Gemütlichkeit" singen. Wir können es Ihm nicht verwehren.

Vor uns waren Chinesen am Werkeln: Dim Sum in nie gekannter Qualität und Feinheit. Und dann wir, mit fränkischer Urgewalt.

Das ist Slow Food

Achim Taubald

Der "Salone dell`Gusto" ist die weltweit größte Veranstaltung für handwerklich produzierte Lebensmittel. Der Salone findet im zweijährigem Rythmus im Lingotto-Areal in Turin statt. Slow Food ist natürlich der geistige Urheber und bis heute Mitveranstalter, neben der Region Piemont und der Stadt Turin. Wir konnten die wirklich bescheidenen Anfänge in den neunziger Jahren bis zum jetzigen Kulminationspunkt für internationale verantwortungsbewußte Lebensmittelerzeugung begleiten. Hier trifft sich die internationale Elite der nachhaltig Produzierenden mit den entsprechenden Verbrauchern. Wer sich weiter informieren will: www.slowfood.com mit dem Button auf den Salone.

Seit dem Jahr 2000 sind wir selbst mit Geschmackserlebnissen oder einem "Slowbier Info-Stand vertreten".

Gleichzeitig findet das von Slow Food organisierte Welttreffen handwerklicher Produzenten, "Terra Madre" in Turin statt. Alle nachhaltig produzierenden Menschen, Kleinhandwerker, Kleinbauern, Kleinfischer etc, die in der Nahrungskette beschäftigt sind, sind eingeladen zu einem Gedankenaustausch und gegenseitigem Kennenlernen nach Turin zu kommen. Es gibt ein eigens für die Bedürfnisse dieser, für uns so wichtigen Menschen, gestaltetes Programm. Bisher ist es immer gelungen bis zu 5000 Personen eine kostenlose Übernachtung bei Bauern oder sonstigen Organisationen in und um Turin zu garantiern. Lediglich dieAnreisekosten muß jeder Teilnehmer selbst tragen. Wobei Teilnehmern aus sogenanten Entwicklungsländern diese Kosten erstattet werden. Wieder so eine visionäre Slow Food Idee, deren Umsetzung anfangs völlig bezweifelt wurde. Mittlerweile hat sich herausgestellt, daß selbst verschiedene Muttersprachen für die Teilnehmer kein Kommunikationshindernis darstellen. Selbst auf "Englisch" als verbindendes Glied konnte verzichtet werden. Menschen mit gleichem geistigem Hindergrund finden offenbar immer eine gemeinsame  " Sprache ".

Ohne vernünftige Produzenten gibt es auch keine vernünftigen Lebensmittel.Wobei der Vernunft sicherlich Spielräume zuzugestehen sind. Aber ohne diese Menschen können wir unsere gesamte Qualitätssuche vergessen. Wer gut essen will, muß sich auch um den Erhalt guter Erzeugnisse bemühen. Und zwar vor der eigenen Haustür. Kurze  Schlachtwege garantieren eine weitaus streßfreie Schlachtung. Die Bäuerin freut sich über jeden Verkauf eines Federviehs. Ein kleiner Plausch zum Kennenlernen eingeschlossen. Hasenzüchter gibt es überall. Nur keine Angst vorm Einkauf ganzer Tiere: Alles ist verwertbar. Vergessen Sie beim Einkauf 125 gr. Hühnerbrustfilet aus dem Rezept. Kaufen Sie im Ganzen. Nichts ist besser als eine Hühnerbrühe.

Jetzt bin ich abgeschweift. Aber ganz im Sinne von Slow Food

Achim Taubald